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08.04.2020, 23:51 Uhr
Seinen Schweinen soll’s gut geh’n
LANDWIRTSCHAFT - Torsten Deye wartet seit Langem auf Baugenehmigung für Ställe

Wenn Behörden immer so schnell entscheiden würden wie bei Corona-Angelegenheiten, wäre Torsten Deye sehr geholfen. Der Landwirt wartet schon seit 2018 auf eine Genehmigung für den Ausbau seiner Ställe.

HASCHENBROK. Wie schnell sich Dinge ändern können, führt uns die Corona-Krise vor Augen. Waren vor gut zweieinhalb Wochen Gruppentreffen noch erlaubt und dauerten politische sowie behördliche Entscheidungen meist lange, hat sich das von heute auf morgen geändert. Auf eine baldige Entscheidung seine Ställe betreffend, in denen er Schweine züchtet und mästet, hofft auch Torsten Deye. Denn bereits im Dezember 2018 hatte er beim Landkreis den Antrag gestellt, ein Strohlager und einen Auslauf an seinen Ferkelstall bauen zu dürfen.

Um seinem Anliegen Gehör zu verschaffen, hatte er Vertreter der CDU-Kreistagsfraktion und der Großenkneter CDU zur Besichtigung seines Hofes eingeladen. Am Freitag, 13. März, waren 18 von ihnen seiner Einladung gefolgt, die ihm beim Gang über das Gelände in Haschenbrok interessiert zuhörten. Der Hof sei zwar kein Biohof, seit 2016 habe er aber verstärkt auf das Tierwohl geachtet, weil ihm die konventionelle Tierhaltung nicht mehr gefallen habe. Seine 700 Mastschweine hätten mit eineinhalb Quadratmetern pro Tier doppelt so viel Platz wie gesetzlich vorgeschrieben. Und Außenklimaställe würden dafür sorgen, dass die Schweine frische Luft und auch die Sonne zu sehen bekommen.

Auch 30 Prozent von den Muttersauen wegen Platzmangels „totgelegene“ Ferkel – was in konventionellen Betrieben als normal hingenommen werde – kämen für ihn nicht infrage: „Zum einen ist das nicht wirtschaftlich und zum anderen kann ich das nicht mit meinem Gewissen vereinbaren.“ Darum hat er seine Abferkelbuchten großzügig ausgelegt. Ralf Martens, CDU-Fraktionsvorsitzender im Großenkneter Rat, fügte hinzu, dass viele Landwirte umbauen wollen, es aber Probleme gebe, Baugenehmigungen zu bekommen: „Die Politiker in Berlin werden sich einfach nicht über die Flächengröße der Abferkelbuchten einig.“

An dieser Stelle kam Torsten Deye auf den beantragten Anbau eines Auslaufs an den Ferkelstall zu sprechen. Dieser sei wichtig, weil die Ferkel sich bei Platzmangel sonst die Schwänze zerbeißen würden. Auch wirtschaftliche Interessen spielten wiederum eine Rolle. „Ein gesunder Schwanz gilt als Zeichen für den Aufwuchs im Tierwohl“, so Deye.

Dirk Vorlauf, Vorsitzender der CDU-Fraktion im Kreistag, versicherte, dass man sich mit dem Thema Landwirtschaft beschäftige. Daher wolle man sich direkt vor Ort ein Bild machen und Impulse aufnehmen. Man habe vor Kurzem bereits einen Antrag eingebracht, in dem unter anderem der großzügige Umgang mit Genehmigungen für Bauplätze zugunsten des Tierwohls gefordert worden sei.

Das alleine ist Torsten Deye aber nicht genug. Er müsse beim Bau auch eine gewisse Planungssicherheit haben. „Ich weiß im Moment nicht, wie ich bauen soll, damit ich die Anlagen in zehn Jahren auch noch nutzen darf.“ Bis heute hat er noch nichts von der Baubehörde gehört: „Ich weiß gar nicht, ob die zurzeit überhaupt arbeiten.“

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